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Durchquerung eines Flugplatzes ohne Funkkontakt

von (Kommentare: 1)

Situation

Während einer Tagestour mit 5 Tragschraubern in Formation wurde der Rückflug kurzfristig aufgrund eines Wunsch eines Piloten verändert um einen dem Wunschpiloten bekannten Flugplatz per Überflug zu besuchen. Kurzfristig wurde die Flugroute geändert und der Flug in Formation mit 5 Tragschraubern angetreten. Kurz nach Verlassen des Startflugplatzes, der zu überfliegende Flugplatz war nur wenige Minuten entfernt, wechselte die Lead-Maschine die Frequenz um sich für den Überflug anzumelden. Nach zwei unbeantworteten Einleitungsanrufen setzte die Lead-Maschine eine Blindsendung mit Information über das Vorhaben und den nächsten Meldepunkt ab, in der Annahme, das am Flugplatz wohl kein Flugbetrieb herrschen würde. Bis zum Überflug setzte die Lead-Maschine zwei weitere Male eine Positionsmeldung ab, der Flugplatz sollte in Pistenrichtung überflogen werden. Weiter nach der Ursache suchend, stellte dann die Lead-Maschine fest, dass auf der ICAO-Karte 1:500000 eine weitere Frequenz notiert war. Neben der allgemein bekannten Funkfrequenz für Militärflugplätze 122.100 Mhz war eine weitere Frequenz für den Zivilflugverkehr veröffentlicht. Der Funkkontakt konnte auf dieser Frequenz nun hergestellt werden. Der Flugleiter gab der Formation den Unmut bekannt, da durch den Überflug in Platzrundenhöhe der herrschende Flugbetrieb dahingehend gestört wurde, dass ein schneller fliegendes Flugzeug eine Warteschleife drehen musste. Es kam glücklicher Weise zu keiner gefährlichen Annäherung von zu spät erkannten Flugzeugen.

 

Ursache / wo lag der Fehler

Her kann man von einer Aneinanderkettung mehrerer Umstände sprechen:

- Die Flugroute wurde kurzfristig geändert. Zwar reichte das Gebiet der Notaminformation und der Wetterinformationen der ursprünglichen Route auch für die neu gewählte, dennoch wurde die Route nicht in der Intensität geplant als die herkömmliche Route

- Die Lead-Maschine ging davon aus, dass die allgemein für Militärflugplätze zu verwendende VHF-Frequenz auf jeden Fall abgehört wird und war lange der Meinung dass wohl kein Flugbetrieb statt finden würde.

- Die anderen Formationsteilnehmer stellten zum großen Teil eigeninitiativ die richtige Frequenz ein, hörten dadurch die informativen Funkrufe der Flugleitung an den Platzverkehr und die Anrufversuche an die Formation mit, informierten aber nicht die Lead-Maschine über den Umstand.

 

Gefahr

Mögliche gefährliche Annäherung von Luftfahrzeugen oder startenden und landenden Luftfahrzeugen

 

Lessons learned

Zum einen sollte man sich genügend Zeit auch für eine Umplanung nehmen, oder eben auf kurzfristige Routenänderungen verzichten. Des weiteren sollte auf ein Überflug über einen Flugplatz verzichtet werden, wenn man keinen Funkkontakt aufbauen kann. Die ledigliche Annahme, es sei wohl kein Flugbetrieb zu erwarten führte hier zu diesen Umständen. Durch eine Ansage oder ein Ankündigen des Frequenzwechsels durch den Lead an die restliche Formation hätte der Fehler der falschen Frequenz aufgedeckt werden können. Letztlich kann eine Formation in sofern zur erhöhten Sicherheit beitragen, indem jeder einzelne Formationsteilnehmer aufmerksam mitverfolgt was geschieht und mögliche Konflikte durch frühzeitiges Melden hilft zu verhindern.

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Kommentare

Kommentar von Peschek |

Die Änderung an sich ist kein Problem, aber ich würde bei geplanter Formation schon vom Boden telefonisch avisieren. Das klärt vieles.

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